Projektbeginn
Juni 2020
Dies ist der Anfang eines wundervollen Film- und Freundschaftprojekts, welches sich schon über mehrere Jahre hinweg zieht. Es ist die Geschichte eines leidenschaftlichen Modellflugzeugbauers, der seinen Traum verwirklicht: Eine Pilatus PC-24 im Maßstab 1:8 zu bauen.
Eine filmische Dokumentation, die den Weg bei der Entstehung dieses Modellflugzeugs, Teil für Teil aus einem Bausatz von unzähligen Komponenten und verschiedensten Arbeitsschritten verfolgt.



Das Projekt
nimmt Form an
Bei den letzten drei Dreharbeiten durfte ich die Entstehung eines rund 2 Meter großen Modellflugzeugs begleiten und die ersten Bauphasen dokumentieren. Aus einzelnen, CNC-gefrästen Balsaholzteilen entstand Schritt für Schritt die Konstruktion des Flugzeugs.
Während mein Vater ganz im Bau des Flugzeugs aufgeht, halte ich die aussagestärksten Schritte des Bauprozesses sowie die Stimmung und Atmosphäre während der Entstehung mit der Kamera fest. Gleichzeitig erfordert der begrenzte Raum kreative Lösungen, um den Arbeitsbereich optimal zu nutzen.


Ausrichtung der GoPro: Um unterschiedliche Kameraperspektiven zu erzeugen, sind innovative Lösungen gefragt
Learning by doing: Der Gimbal, der die Kamera stabilisiert, ist auf einem mobilen Schienensystem montiert. So gelingen feine Kamerabewegungen, die den Betrachter durch die Bilder führen.
Jeder Schritt filmisch inszeniert
Dieses Filmprojekt hat für mich eine ganz besondere persönliche Bedeutung. Von Beginn an setzte ich mir höchste filmische Ansprüche. Jeder Abschnitt der Reise – vom ersten, sorgfältig montierten Bauteil bis zum Jungfernflug – wurde mit dem Ziel festgehalten, weit mehr als nur einen Modellbau zu dokumentieren.

Der Film möchte nicht nur zeigen, wie das Flugzeug gebaut wird und fliegt. Er lädt er den Betrachter dazu ein, die Atmosphäre im Entstehungsprozess dieses Schaffens visuell zu erleben.
Diese Vision zu verwirklichen, erforderte eine bewusste Inszenierung jeder Szene, eine durchdachteLichtgestaltung zur Unterstützung der Stimmung sowie eine ebenso sorgfältige Aufnahme der Klangwelt. Mit ruhigen, kontrollierten Kamerabewegungen und einer beobachtenden Bildsprache führt der Film den Betrachter in den stillen Rhythmus dieses Prozesses und macht die Hingabe, Präzision und die Kunstfertigkeit sichtbar.
Making Of Galerie
2021
Mittlerweile befinden wir uns im zweiten Jahr, seit dem Start mit der Filmdokumentation „Building a PC-24 Model Airplane“. Jede Etappe bringt nicht nur neue Herausforderungen im Bauprozess, vielmehr konnte ich ebenfalls neue Möglichkeiten mit speziellen Kameratechniken ausprobieren, um Ideen für ausgefallene Perspektiven zu realisieren.

Was wir zu Beginn nicht wussten: Dieses Projekt würde uns weit mehr schenken als nur ein Modellflugzeug mit einem Filmwerk dazu. Es gab uns die Möglichkeit, viel mehr Zeit miteinander zu verbringen – und liess die Verbindung zwischen Vater und Sohn auf besondere Weise wachsen.
Unzählige Stunden verbrachten wir auf engstem Raum, geprägt von höchster Konzentration und gemeinsamer Leidenschaft. Rückblickend war nicht nur ein Modellflugzeug im Entstehungsprozess, sondern vor allem etwas, das weit darüber hinausgeht.


Filmen und bauen auf engstem Raum: Ein großes Flugzeug, eine kleine Werkstatt. Kaum Platz zum Bauen, kaum Raum zum Filmen. Jeder Handgriff musste sitzen, jede Kameraposition sorgfältig gewählt werden. Die engen Platzverhältnisse verlangten kreative Lösungen.
Unkonventionelle Kameraperspektiven: Mit dem Einsatz einer Periprobe-Linse, einem Markro-Sondenobjektiv, war es möglich, in die Konstruktion des Modells hinein zu tauchen. Das eröffnete mir neue, ausgefallene Blickwinkel.
Der Platz in der Werkstatt ist zwar nicht größer geworden, doch das gegenseitige Verständnis für das Handwerk des anderen ist mit jeder gemeinsamen Stunde gewachsen. Für den einen war es die Erfahrung, ein Modellflugzeug von Grund auf zu bauen. Für den anderen die Möglichkeit, diesen Entstehungsprozess filmisch und dokumentarisch mit einzigartigen Bildern festzuhalten.
So konnte ich meinem Vater einen sehr persönlichen Einblick in meine Leidenschaft für das Filmemachen geben – während ich zugleich seine Begeisterung und sein handwerkliches Können aus nächster Nähe erleben durfte.
Die unzähligen Modellbauteile aus Sperr-/ und Balsaholz erinnern mich an eine Art „LEGO-Baukasten für Erwachsene“. Aus diesen filigranen Holzelementen ist inzwischen das Grundgerüst des PC-24-Modells entstanden. Im nächsten Schritt wird die Struktur mit unterschiedlich starken Balsaholzstreifen beplankt – Stück für Stück nimmt das Flugzeug weiter Gestalt an.

Umso grösser ist unsere Freude, wenn wir am Ende eines langen Tages voller Begeisterung auf das Ergebnis blicken – sowohl auf das weiter entstandene Modell als auch auf die Filmaufnahmen, die diesen besonderen Prozess festhielten.
Doch es ist nicht nur das Projekt selbst, das uns verbindet. Es ist auch die besondere Beziehung, die dabei zwischen uns entstand. Es fühlt sich an, als würden wir uns auf einer neuen Ebene kennenlernen – auf eine Weise, die wir zuvor noch nicht erlebt haben. Es ist etwas ganz Besonderes, solch ein gemeinsames Vorhaben zu haben und diese Reise miteinander zu erleben.
2022-2023
Weisser Glanz mit blauem Band
Es ist kaum zu glauben, wie schnell die Zeit vergangen ist. Mittlerweile befinden wir uns bereits im dritten Jahr mit unzähligen Stunden, in denen aus einer Idee Schritt für Schritt Realität wurde. Inzwischen ist das Flugzeug fertiggestellt und bereit für seinen ersten Flug. Ein Meilenstein, der den Abschluss einer intensiven Bauphase markiert und gleichzeitig den Beginn eines neuen Kapitels einläutet.
Insgesamt führte mich das Projekt bereits 18 Mal in die kleine Werkstatt meines Vaters, um jeden wichtigen Bauabschnitt des Modellflugzeugs filmisch festzuhalten. Dabei sind inzwischen mehr als acht Terabyte an Filmmaterial entstanden. Doch das Wertvollste, was in dieser Zeit gewachsen ist, lässt sich nicht in Datenmengen messen: Die gemeinsame Arbeit hat die besondere Verbundenheit zwischen meiner Familie und mir weiter vertieft und dem Projekt eine persönliche Bedeutung verliehen, die weit über den Bau des Flugzeugs hinausgeht.
Inzwischen ist das Flugzeug vollständig beplankt, sorgfältig verschliffen und mit Folie bespannt. Darüber hinaus wurden sämtliche Anlenkungen der Steuerflächen mit den Servos in den Tragflächen verbunden und die gesamte Verkabelung bis zum Hauptsteuerungssystem im Rumpf verlegt.
Mit jedem abgeschlossenen Arbeitsschritt nimmt das Modell seine finale Gestalt an – und rückt seinem ersten Flug ein entscheidendes Stück näher.



Arbeiten mit dem Gimbal: Der Gimbal sorgt für ruhige, stabilisierte Kamerabewegungen und dient zugleich als Halterung für Monitor und Mikrofon. Gerade bei langen Drehsessions erleichtert mir dieses kompakte Setup das Filmen spürbar
Design bis ins kleinste Detail: Das Flugzeug überzeugt nicht nur mit seinem eleganten Erscheinungsbild – auch technisch steckt es voller durchdachter Details und besonderer Funktionen wie Positionslichter, Landescheinwerfer und ausklappbare Fahrwerken.
An den Flügelspitzen wurden rote und grüne Positionslichter integriert, die – ganz wie bei einem echten Flugzeug – im Blinkmodus betrieben werden können. Den letzten Feinschliff erhielt das Cockpit durch den Einbau der Cockpitverglasung sowie dekorative Elemente und Beschriftungen, die das endgültige Design vervollständigen.
Ein gigantisches Spielzeug für große Kinder :)



Für das kommende Jahr steht die filmische Inszenierung des ersten Jungfernflugs auf dem Programm. Viele Ideen schweben bereits im Raum, und wir möchten alle Möglichkeiten ausschöpfen – Die Grundidee ist, das Flugzeug aus einem echten Hangar auf die Startbahn rollen zu lassen, um anschließend auf der grossen Piste zu seinem ersten, filmisch umgesetzten Jungfernflug abzuheben.
Wir blicken voller Vorfreude und Begeisterung in die Zukunft. Wohin uns diese Reise führen wird, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch offen. Sicher ist jedoch: Diese Geschichte wird ihren Abschluss in einem filmischen Epos finden.

Making Of Galerie
2024
Die finalen Dreharbeiten
Das Jahr 2024 geht zu Ende – ein Jahr voller unvergesslicher Augenblicke, Begegnungen und Erlebnisse. Für meinen Vater und mich war es eine ganz besondere Phase dieses Projekts. Gemeinsam haben wir noch einmal alles gegeben, um die letzten Aufnahmen im Studio und auf dem Flugplatz in Mollis mit vollstem Einsatz umzusetzen.


Besetzung der Extraklasse: Kurt Eich (Keiro) übernimmt die Rolle des begeisterten Zuschauers an der Seite meines Vaters René.

Fliegen vor beeindruckender Kulisse: Die Entscheidung, die Aufnahmen in Mollis zu realisieren, erwies sich nicht nur aufgrund der Gegebenheiten als ideal, sie eröffnete uns auch eine einzigartige Bühne für die Flugaufnahmen
Aufnahmen im Studio
Die anspruchsvollsten Aufnahmen für die filmische Umsetzung des Jungfernflugs waren zweifellos jene Szenen, in denen das Flugzeug während des Flugs aus nächster Nähe gezeigt werden sollte. Um diese besonderen Perspektiven möglich zu machen, entstand die Idee, das Flugzeug vor einer Greenscreen-Kulisse scheinbar durch die Luft gleiten zu lassen. Dafür erhielten wir die Möglichkeit, in einem Mehrzweckraum ein kleines Studio einzurichten und die benötigten Aufnahmen unter kontrollierten Bedingungen zu realisieren.


Ein kleines Studio gefällig? Nach einem ganzen Tag voller Aufbauarbeiten und Installationen war es endlich soweit: Das Setup stand und das Flugzeug schwebte mitten im Raum. Um den Eindruck eines frei fliegenden Modells zu erzeugen, befestigten wir das Flugzeug mit feinen Seidenfäden, sodass es scheinbar schwerelos im Raum schwebte.
Um diese filmische Täuschung möglich zu machen, verwandelten wir einen großen Teil des Raumes in eine Greenscreen-Kulisse. Über einen Tag und eine halbe Nacht hinweg entstanden die Nahaufnahmen, die später in der Postproduktion mit den Drohnenaufnahmen aus Mollis kombiniert werden.
Ob unsere Vision am Ende auf der Leinwand funktioniert, wird sich erst in der finalen Umsetzung zeigen.
Die Vorbereitungen für Mollis
Für mich als Filmemacher bedeutete dieses Vorhaben vor allem eines: intensive Planung und Organisation. Monate im Voraus koordinierte ich die Abläufe mit allen Beteiligten und stimmte mich eng mit dem Flugplatz sowie der Modellfluggruppe Glarnerland ab, damit dieser besondere Drehtag Realität werden konnte. Dabei galt es, zahlreiche Faktoren miteinander in Einklang zu bringen: die Wetter- und Lichtverhältnisse, die Verfügbarkeit des Kameraequipments sowie die Koordination aller Helfer und Statisten. Alles musste zum richtigen Zeitpunkt zusammenpassen, damit die Dreharbeiten wie geplant umgesetzt werden konnten.
Für meinen Vater war nun der Moment gekommen, die Flugtechnik des Modells zu vervollständigen und den ersten echten Jungfernflug durchzuführen. Unterstützt wurde er dabei von Andy Haller und der Modellfluggruppe Fricktal.
Nach zwei erfolgreichen Flügen und einigen kleinen Trimmarbeiten war die Erleichterung und Freude gross, diesen wichtigen Meilenstein erreicht zu haben. Ein besonderer Augenblick, der die jahrelange Arbeit und Leidenschaft hinter diesem Projekt belohnte.

Kamera läuft – und Action!
Zwei Tage lang waren wir in Mollis vor Ort und konnten dank der großartigen Unterstützung unserer Helfer sowie den nahezu idealen Wetter-, Licht- und Windverhältnissen alle geplanten Aufnahmen realisieren.
Dreharbeiten auf einem aktiven Flugplatz bringen ihre eigenen Herausforderungen mit sich. Während wir filmten, behielten unsere Helfer den Funkverkehr stets im Blick. Sobald sich ein Flugzeug oder Helikopter für Start oder Landung ankündigte, hieß es: Flugzeug landen, Kamera stoppen und warten, bis der Luftraum wieder frei war.
Aufbau des Lichtstativs: Um dem finalen Abschnitt des Films die gewünschte epische Atmosphäre zu verleihen, war eine zusätzliche Lichtsetzung erforderlich.

Dreharbeiten mit einer Filmdrohne: Unser PC-24-Modell wurde mit einer DJI Inspire 3 für dynamische Luft-zu-Luft-Aufnahmen begleitet.
Mit zunehmendem Flugbetrieb wurde es zeitlich immer anspruchsvoller, alle geplanten Szenen im vorgesehenen Rahmen umzusetzen.
Nach nur drei Flügen war der erste Drehtag bereits wieder beendet. Eine härtere Landung führte dazu, dass das Bugfahrwerk beschädigt wurde und das Modell für die notwendigen Reparaturen zurück in die Werkstatt musste.
Eine weitere Challenge stellte die Verfolgung des Modells mit der Filmdrohne dar. Die Fluggeschwindigkeit des Modellflugzeugs war deutlich höher als die der Drohne, wodurch es zu einer anspruchsvolle Aufgabe wurde, die richtigen Perspektiven und dynamischen Aufnahmen einzufangen.

Wertvolle Unterstützung: Daniel Dietziker (links) mit meinem Vater (rechts).

Erfahrungen mit dem Zoomobjektiv: Mit einer Brennweite von 600mm war es möglich, das Modell aus großer Distanz nah und detailreich einzufangen.
Für den zweiten Drehtag erhielten wir wertvolle Unterstützung von Daniel Dietziker, einem erfahrenen Modellflugpiloten der MFGGL. Dies entlastete auch meinen Vater, da Dani bereits über mehr Erfahrung mit demselben Modell verfügte und, wie sich zeigte, seine fliegerischen Fähigkeiten eindrucksvoll unter Beweis stellte.
Für mich forderte dieser Drehtag höchste Konzentration, da ich zum ersten Mal mit einem wirklich grossen Teleobjektiv mit einer Brennweite von 100–600mm arbeitete. Dadurch war es mir möglich, das Flugzeug vom Boden aus auch in größerer Entfernung präzise zu verfolgen und vor der beeindruckenden Bergkulisse des Glarnerlands detailreiche und atemberaubende Aufnahmen einzufangen.

Besondere Gäste am Rande des Geschehens
Ein weiteres großes Highlight waren die Statisten, die die Rolle begeisterter Zuschauer übernahmen. Unter ihnen befanden sich Kurt Eich (Keiro), der Entwickler des Modellbausatzes, sowie Martin Bäbler, der mich während der gesamten vierjährigen Entstehungszeit des Films mit seinem Equipment tatkräftig unterstützte. Ohne Martins Unterstützung hätte der Film nicht seine besondere visuelle Qualität erreicht – und ohne Kurt wäre die Grundlage für dieses einzigartige Modell gar nicht entstanden.

Für mich war die gesamte Umsetzung des letzten Teils des Films eine ganz besondere Erfahrung. Ich habe viel über mich selbst gelernt und konnte mich als kreativer Gestalter und Filmemacher auf ein völlig neues Niveau weiterentwickeln. Wenn ich den fertigen Film vor meinem inneren Auge Revue passieren lasse, erkenne ich darin eine wunderbare gemeinsame Zeit mit meinem Vater und die Freundschaft, die daraus entstanden ist.
Bis zur Premiere des Films liegt noch viel Arbeit vor mir. Aktuell widme ich mich intensiv der eigens dafür komponierten Filmmusik und lasse all diese schönen Gefühle darin einfliessen. Ich freue mich sehr darauf, vier Jahre voller Arbeit, Leidenschaft und Erinnerungen in einer zwanzigminütigen Reise erneut zu erleben.

Making Of Galerie





































